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Nach zweijähriger Arbeit beim mobilen Pflegedienst “Die Pflegeexperten” in Frankfurt am Main wird Harald Stubbe fristlos gekündigt. Der Kollege versucht bei dem 8 köpfigen Unternehmen einen Betriebsrat zu gründen, wurde dann aber mittels massiver, illegaler Behinderung und Drohungen durch die Geschäftsführung anschließend gekündigt. Das Vorgehen des Unternehmens ist für sich genommen bereits ein Skandal, steht jedoch auch stellvertretend für die Praktiken in der Branche. So berichtet Harald Stubbe: “Ich habe Windeln gewechselt, habe Insulin und Klexan oder Marcumar gespritzt, habe Verbände gewechselt und Wundversorgung gemacht. Künstliche Ernährung angelegt und Medikamente in eine Magensonde gespritzt oder die Beutel an künstlichen Darmausgängen gewechselt. Einiges hab ich mir aus YouTube-Videos angelernt.”…” Aus der Presseerklärung der Industrial Workers of the World Frankfurt am Main vom 24. Januar 2017. Harald Stubbe hat Kündigungsschutzklage eingereicht und zudem mannigfaltige Vergehen angezeigt. IWW klagt wegen Behinderung der BR Wahl. Weitere Ermittlungen gibt es beim Bauamt, Finanzamt und der Berufsgenossenschaft… Siehe dazu einen Bericht des betroffenen Kollegen im Beitrag, darin auch Protest- und Solidaritätsadressen, zu denen wir aufrufen!

Proteste bitte an: Die Pflegeexperten
Maßbornstraße 37, 60437 Frankfurt
Tel: 069-551577 / Fax: 069-48982996 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Solibekundungen sind erbeten an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Dies ist der Bericht des Fellow Workers:

Die PflegeexpertenPflegedienst in der mobilen Altenpflege mit 8 MitarbeiterInnen

Pflegeexperten? Als ich im März 2015 in dem Laden angefangen habe, hatte ich von Pflege keine Ahnung. Heute fast zwei Jahre später ist das weitestgehend noch immer so. „Kein Problem“, sagte die Chefin, „ich zeige ihnen das.“ Ich bin also einen Tag mit ihr mitgefahren und hab zugesehen, was sie macht. Dann bin ich noch einen Tag mit einer Kollegin mitgefahren und hab auch selbst Hand angelegt. Damit war meine Ausbildung zu Ende. Ich war jetzt Pflegeexperte. Von da an habe ich alte und kranke Menschen betreut. Darunter auch Sterbende. Ich habe Windeln gewechselt, habe Insulin und Klexan oder Marcumar gespritzt, habe Verbände gewechselt und Wundversorgung gemacht. Künstliche Ernährung angelegt und Medikamente in eine Magensonde gespritzt oder die Beutel an künstlichen Darmausgängen gewechselt. Einiges hab ich mir aus YouTube-Videos angelernt. Hab mir auch Bücher über Pflege und den Umgang mit Dementen besorgt. Was mich von Anfang an gestört hat, war, dass der Dienstplan erst 2 Tage vor dem neuen Monat ausgehangen hat. Auch dass es oft nur 4 freie Tage im Monat gab, war extrem belastend. Ich bin 61 Jahre alt. Nach einem Jahr war mein befristeter Vertrag ausgelaufen und ich habe mir eine andere Arbeit gesucht. Da hat man mir dann mehr Geld geboten, wenn ich bleibe. Habe mir dann im Arbeitsvertrag versichern lassen, dass ich 6 freie Tage mindestens habe und dass der Dienstplan am 15. des Vormonats aushängen muss.

Bis dahin hatte ich immer nur Spätdienst. Jetzt wurde ich auch zum Frühdienst eingeteilt. Klasse war es, wenn ich um 10 Uhr mit dem Spätdienst fertig war und morgens um 5 Uhr zum Frühdienst wieder raus musste. Auch musste ich gelegentlich 14 Tage ohne freien Tag durcharbeiten. Musste immer mehr Leistungen erbringen, die nach meinem Wissen nur examinierte Leute machen dürfen. Andere waren auch unzufrieden. Warteten auf ihr Geld, hatten wenig frei usw. Ich selbst habe mal fast ein Jahr auf meine Reisekostenabrechnung gewartet. Das Geld für meinen Bausparvertrag, das mir jeden Monat vom Nettolohn abgezogen wurde, ist bis heute nicht eingegangen. Seit über einem Jahr. Also musste sich etwas ändern. Nachdem der Urlaubsplan für 2017 erstellt wurde und kaum jemand dann Urlaub bekommen hat, wie er wollte, war es soweit. Zusammen mit zwei Kollegen haben wir zur Wahlversammlung zur Wahl eines Wahlvorstandes für die Betriebsratswahl eingeladen. Bei der Wahlversammlung wurden die Einlader von einem Herrn massiv mit Kündigung bedroht. Er hat herumgeschrieen und versucht, die KollegInnen einzuschüchtern. Meine Gewerkschaft IWW (Industrial Workers of the World) hat gegen ihn Klage wegen Behinderung der Betriebsratswahl eingereicht. Trotzdem haben wir am 16.01.2017 einen Betriebsrat gewählt. Leider haben sich Kolleginnen so einschüchtern lassen, dass eine Vertraute der Geschäftsleitung gewählt wurde. Ich selbst wurde zum Ersatzmitglied gewählt. Damit hätte ich leben können. Sind ja 2018 schon wieder Wahlen. Da sich durch die Wahl der Kollegin, die denkt, Pflegedienstleiterin in dem Betrieb zu werden, nichts zum Vorteil ändert, waren die Chancen gut, dass ich dann gewählt werde.

Am Mittwoch, den 18.01.2017, klingelte es jedoch abends an der Tür. Die Chefin des Ladens stand vor der Tür mit einem Zeugen und hat mir die fristlose Kündigung überreicht. Natürlich werde ich dagegen klagen und hoffe auf die Solidarität meiner GewerkschaftskollegInnen und aller kämpfenden ArbeiterInnen in Deutschland und anderswo.

Harald Stubbe
Am Freitag, dem 20. Januar 2017, wurde in Seattle, USA, ein Gewerkschafter der "Industrial Workers of the World" (IWW) bei einer Kundgebung gegen die Amtseinführung des Immobilien-Milliardärs Trump als US-Präsidentendarsteller und seiner publizistischen Helfer der rechtsextremen "Breitbart-News" durch einen Schuss in den Bauch schwer verletzt. Die IWW rufen u.a. zu einem kurzfristigen Fundraising für die Behandlungskosten auf.
Der Angriff auf unseren Kollegen von den IWW fand auf dem sog. "Red Square" der University of Washington in Seattle statt. In der Uni sollte an diesem Abend Milo Yiannopoulos, einer der übelsten Autoren der sog. "Breitbart-News" sprechen.
Der Schütze verletzte unseren Kollegen bei Protesten gegen die ausgebuchte Veranstaltung durch einen Bauchschuss schwer. Der Wobbly befindet sich zwar nicht mehr in akuter Lebensgefahr, sein Zustand ist nach Angaben des "Harborview Hospital" aber nach wie vor kritisch. Der Täter stellte sich der Polizei, welche ihn kurzerhand wieder frei ließ, nachdem er behauptete, er habe "in Notwehr" geschossen.
In Seattle finden aktuell Mobilisierungen gegen diesen versuchten Mord an einem bekannten Antifaschisten und gegen das Klientel statt, das im Zusammenhang mit der Amtseinführung von Trump und dem Aufstieg seiner rechtsextremen Sponsoren à la "Breitbart-News" an die Schalthebel der Macht, derzeit nach oben geschwemmt wird.
Darüber hinaus haben die IWW eine Fundraising-Kampagne gestartet, um die enormen Behandlungskosten unseres Kollegen zu finanzieren.

Update 23. Januar 2017

Nachdem das ursprüngliche Ziel des Fundraising, das Sammeln von USD 30.000 für die Behandlungskosten bereits nach weniger als einem Tag durch rund 600 Spenden erreicht worden ist und sich die Behandlung aufgrund der Schwere der Verletzung lange hinziehen wird, haben die IWW beschlossen, das Ziel auf USD 40.000 zu erhöhen. Mittel, die evt. nicht benötigt werden, sollen einem Solidaritätsfond für andere Protestierende gegen die Amtseinführung von Trump (#J20) zukommen.


Wir IWW-Mitglieder im deutschsprachigen Raum sind schockiert über diese Eskalation, auch wenn unser Kollege auf der anderen Seite der Welt angeschossen wurde, so traf dieser Schuss uns alle!

Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle!

Das Twin Cities General Defense Comittee hat eine offizielle Presserklärung veröffentlicht. Auf deren Seiten sind auch aktuelle Entwicklungen zu finden.
Eine Analyse der IWW Bremen

gleiche arbeit
Zum 31.12.2016 sind die Tarife für die Leiharbeit durch die Tarifgemeinschaft der DGB Gewerkschaften gekündigt. Die DGB Einzelgewerkschaften wie ver.di und IG Metall wollen angeblich ihre Mitglieder befragen, mit welchen Lohnerhöhungsforderungen verhandelt werden soll. Die Tarifgemeinschaft der acht DGB Gewerkschaften ist gewillt einen Lohntarif zu verhandeln und abzuschließen.
Für kräftige Lohnerhöhungen, die fast allen Leiharbeiter*innen zu Gute kämen, bräuchte es jedoch in der Leiharbeitsbranche keine Tarifverhandlungen und auch keine speziellen Tarifverträge.
Gibt es keinen Tarifvertrag speziell für Leiharbeiter*innen müssten die gesetzlichen Regelungen gelten. Und die heißen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Es ergibt sich die Chance, dem Niedriglohn in der Leiharbeit ein Ende zu setzen. Ca. 1 000 000 Leiharbeiter*innen müssten deutlich mehr Lohn bekommen. Für die meisten kämen dann die deutlich höheren Tarifverträge in den Entleihbetrieben zur Geltung. Schaut den fest angestellten Kolleg*innen auf den Lohnzettel – und schnell ist klar: Diese Lohnerhöhung wäre möglich, wenn die DGB Gewerkschaften alle bestehenden Tarifverträge für die Leiharbeit kündigen würden.

Weiterlesen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Kräftige Lohnerhöhungen für LeiharbeiterInnen möglich

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Eine Veranstaltung der IWW Hamburg
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BenFletcher1
Peter Cole wird über sein Buch „Wobblies on the Waterfront: Philadelphia's forgotten interracial labor union“ (=„Wobblies im Hafen: Philadelphias vergessene multiethnische Gewerkschaft“). Im frühen 20. Jahrhundert waren ArbeiterInnen teil der Industrial Workers of the World – zu einer Zeit als er einer derwichtigsten Häfen der USA war. Die IWW, auch Wobblies genannt, fühlten sich revolutionärer Veränderung verpflichtet und organisierten ArbeiterInnen unabhängig von „Rasse“, Religion oder Nationalität und wurden eine der am meisten multinational zusammengesetzten Gewerkschaften im Amerika vor dem ersten Weltkrieg.

Der Historiker Peter Cole ist Professor an der Western Illinois University in Chicago, USA. Der Referent wird Englisch sprechen, aber eine Übersetzung auf Deutsch wird organisiert.

Weiterlesen: Radikale Basisgewerkschaft im Hafen: Die Industrial Workers of the World in Philadelphia

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